AHHH
“I’m not ashamed to dress ‘like a woman’ because I don’t think it’s shameful to be a woman” -Iggy Pop
(Source: sauceawesome, via decentprojectile)
„Wir sind da”, sagte Emilio und blieb stehen.
Ich konnte beim besten Willen kein Dorf erkennen. Ich hätte angenommen, dass selbst in einem so unkultivierten Landstrich die Menschen es geschafft hätten Hütten zu bauen. Doch ich traute mich nicht etwas zu sagen, in Erwartung, dass Emilio meine Dummheit wieder mit einem hochnäsigen Kommentar belegen würde. Ich schwieg und ärgerte mich über mich selbst.
Doch meine ratlose Miene war dem kleinen Indianer natürlich nicht verborgen geblieben.
„Wenn sie hier unten nichts erkennen, müssen sie nach oben schauen, Señor”, sagte er.
Und tatsächlich. Ein paar Meter über unseren Köpfen sah ich zwischen den Blättern und Ästen Plattformen und darüber Dächer, die an die Stämme angebracht waren.
„Und wo sind die Bewohner?”
Doch ich hatte diesen Satz kaum ausgesprochen, da hoben sich braune Körper von den grünen Farben ab und kamen auf uns zu. Manche waren schon bis auf ein paar Meter an mich herangekommen, bevor ich sie entdeckte. Ich wich unwillkürlich zurück, aber als ich mich umblickte, sah ich, dass sie von allen Seiten kamen. Ich wollte schon nach meinem Messer greifen, da fasste Emilio meine Hand.
„Keine Angst, Señor, die tun uns doch nichts”, sagte er. „Ausserdem sind das noch Kinder.”
Er hatte recht. Ich musste mich beruhigen. Ich blieb stehen und lies sie auf mich zukommen. Sie streckten ihre Hände nach mir aus, berührten meine Kleider, meine Haut, meine Instrumente und ich hatte keine andere Wahl als es geschehen zu lassen.
Emilio machte keine Anstalten mich zu retten. Er erdreistete sich sogar ein spöttisches Lächeln über meine Unbehagtheit, wofür ich nicht wenig Lust gehabt hätte, ihn zu schlagen. Und auch Herr Alexander ging so mit den Kindern um, als würde er sie kennen. Er liess sie sein blondes Haar berühren, zeigte ihnen seine Uhr und freute sich über ihr Lachen.
Nach einer Weile wurde Emilio des Spiels mit meiner Unbedarftheit überdrüssig und befahl den Kindern von uns abzulassen und sich hinzusetzen.
Erst als die kleinen Bälger nicht mehr meine Aufmerksamkeit forderten, sah ich sie. Sie war stehen geblieben und hatte das Geschehen ruhig beobachtet. Ihre Augen waren dunkel und undurchdringlich wie der Urwald, dessen Konturen in der einsetzenden Dämmerung verwischten. Ihr brauner Körper hob sich nur undeutlich davon ab. Sie ging mir bis zur Brust, war aber körperlich vollkommen ausgewachsen. Ihre Hüften waren voll behaglichen Fleisches und verrieten in kleinsten Veränderungen ihres Schwerpunktes eine einladende Beweglichkeit. Um ihre schmale Taille, die ich fast mit den Händen hätte umschlingen können, schmiegte sich eine feingliedrige Kette aus Gold, an der ein Medallion hing, auf dem mir eine Sonne entgegen lachte. Das Medallion, ebenfalls aus Gold, zog die Kette hinab in Richtung ihres, nur von einem um die Hüften geschlungenen Stofffetzen verdeckten, Zentrums des Körpers hinab und lockte die Begierde bei jeder Bewegung ihres Hinterns durch ebensolches Umherschwingen etwas tiefer zur lustspendenden Nacht ihres Geschlechtes.
Fortsetzung folgt …
Musical Tribute
Marko Drobnjakovic / AP Photo Dec. 23, 2011 Prague, Czech Republic
A violinist performs on the streets of Prague during the state funeral of former Czech President Vaclav Havel.